Santo Antão war und ist vor allem eine Insel der Landwirtschaft. Besonders im fruchtbaren Paúl-Tal entwickelte sich über die Jahrhunderte ein intensiver Anbau von Obst, Gemüse und Zuckerrohr, sodass Santo Antão zum wichtigsten landwirtschaftlichen Zentrum der Kapverden wurde. Terrassierte Hänge, Bewässerungskanäle und kleine Felder erzählen bis heute von der harten, aber eng mit der Natur verbundenen Arbeit der Menschen.
Im Laufe der Geschichte suchten auch jüdische Flüchtlinge, die vor der Inquisition flohen, auf Santo Antão Zuflucht und hinterließen kulturelle Spuren, die sich in Familiengeschichten und lokalen Traditionen widerspiegeln. Die Inselgesellschaft ist stark kreolisch geprägt: afrikanische, europäische und lokale Einflüsse vermischen sich in Sprache, Musik, Küche und Alltagsleben.
Typisch für Santo Antão sind die zahlreichen Brotfruchtbäume im Nordosten sowie der berühmte Zuckerrohrschnaps Grogue, der in kleinen, oft familiengeführten Brennereien hergestellt wird und als einer der besten der Kapverden gilt. Er ist nicht nur ein Produkt, sondern Teil der Inselkultur – eng verknüpft mit Festen, Begegnungen und der Geschichte des Zuckerrohranbaus.
Bis heute prägen traditionelle Dörfer, eine ursprüngliche Lebensweise und starke Dorfgemeinschaften das Bild der Insel. Zentren des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens sind Porto Novo, Ribeira Grande und Paúl, wo sich Handel, Feste und das moderne Inselleben mit den historischen Wurzeln verbinden.