Das große Highlight der Insel sind die kilometerlangen, feinsandigen Strände, die sich fast ununterbrochen entlang der Küste ziehen – ideal zum Baden, Spazieren und Abschalten. Direkt an der Inselhauptstadt Vila do Maio beginnt ein langer Stadtstrand mit kleinen, familiären Strandbars und Restaurants. Hier landen Fischerboote an, Kinder spielen im Sand, und das Leben pulsiert in einem ruhigen, unaufgeregten Rhythmus. Nordwärts setzt sich der Strand über Morro bis nach Calheta fort und bietet weite Abschnitte, an denen man oft stundenlang nur wenigen Menschen begegnet. Im Süden lockt die Praia da Ponta Preta mit goldgelbem Sand und intensiv türkisfarbenem Wasser – landschaftlich spektakulär, aber wegen starker Strömungen eher ein Ort zum Staunen als zum Schwimmen.
Im Osten und Norden warten einsame Buchten und wilde Strände, die oft nur zu Fuß oder mit dem Geländewagen erreichbar sind – perfekt für Entdecker und Naturliebhaber, die das Gefühl von Weite und Unberührtheit suchen. Die bis zu 30 Meter hohen Sanddünen von Morrinho im Nordwesten stehen unter Naturschutz und bieten eindrucksvolle Ausblicke über Küste, Meer und das sanft geschwungene Inselinnere. Die Landschaft reicht von goldgelben Dünen und Akazienwäldern über helle Kalksteintäler bis hin zu grünen Oasen, die durch gezielte Aufforstung entstanden sind und Maio einen ganz eigenen, ruhigen Charakter verleihen.
Ein besonderes Naturerlebnis ist die Schildkrötensaison von Juni bis September. Dann kommen Meeresschildkröten an die Strände von Maio, um ihre Eier im Sand abzulegen. Viele dieser Küstenabschnitte sind als Biosphärenreservat geschützt; geführte Touren geben Einblick in den Artenschutz und ermöglichen es, dieses stille, berührende Schauspiel respektvoll zu erleben.
Vila do Maio, der Hauptort der Insel, überzeugt mit kolonialem Flair, bunten Häusern, einem Fort aus dem 18. Jahrhundert und einer barocken Kirche, die über dem Ort wacht. Am Rande der Stadt liegen die Salinen von Porto Inglês, ein Naturschutzgebiet und zugleich ein Stück lebendige Tradition: Hier wird noch immer Salz gewonnen, während zahlreiche Küsten- und Zugvögel die flachen Becken als Rast- und Futterplatz nutzen. Im kleinen Ort Calheta im Norden schlägt das handwerkliche Herz der Insel. Im Kunsthandwerkszentrum von Lém Tavares entstehen farbenfrohe Textilien, Skulpturen und Webarbeiten – ein lohnender Abstecher für alle, die authentische, lokale Souvenirs suchen.
Maio ist insgesamt weniger touristisch erschlossen als andere Inseln und genau das macht ihren Reiz aus: kleine, persönliche Unterkünfte, viel Raum, Stille und ein Inselrhythmus, der dazu einlädt, langsamer zu werden und einfach nur da zu sein.