Die Strände der Insel zählen zu den schönsten nicht nur der Kapverden, sondern ganz Afrikas. Im Südwesten zieht die Praia de Santa Mónica mit rund elf Kilometern feinstem Sand, kraftvollen Wellen und fast unberührter Natur Strandliebhaber und Surfer an. Näher bei Sal Rei liegen Praia do Estoril als familienfreundlicher Strand mit ruhigem, flach abfallendem Wasser und Praia de Carlota, ideal zum Baden, Sonnen und Entspannen, oft mit Beachbars und Wassersportangeboten. Praia de Cabral zeigt sich ruhiger und ist besonders bei Sonnenuntergang ein stimmungsvoller Ort. An der Praia da Atalanta erinnert das Schiffswrack der „Cabo Santa Maria“ an vergangene Zeiten und ist ein beliebtes Motiv für Fotografen und Wracktaucher. Weiter südlich warten Praia de Varandinha und Praia do Lacacão mit wilden, naturbelassenen Küstenabschnitten und starken Kontrasten aus Fels, Sand und Brandung.
Ein besonderes Naturwunder im Inselinneren ist die Deserto de Viana – eine rund acht Quadratkilometer große „Mini-Sahara“ mit goldgelben Dünen, die im Licht der untergehenden Sonne fast surreal wirken. Hier weht der Sand in feinen Wellen über den Boden, und das Zusammenspiel aus Licht, Schatten und Formen schafft eine fast meditative Stimmung. In der Inselmitte und im Norden setzen Oasen und Palmenhaine grüne Akzente im „Wüstenmeer“ und zeigen, wie nah Trockenheit und Leben beieinanderliegen.
Boa Vista ist auch ein Paradies für Naturliebhaber. Von Februar bis Mai ziehen Buckelwale an der Küste vorbei; auf Bootstouren lassen sich ihre Sprünge, Flossen- und Schwanzschläge oder das Spiel mit den Kälbern aus respektvoller Nähe beobachten – Momente, die man so schnell nicht vergisst. Von Juni bis September kommen die seltenen Unechten Karettschildkröten an die Strände, um ihre Eier im Sand abzulegen. In dieser Zeit werden geführte, schonende Nachtbeobachtungen angeboten, bei denen man dieses beeindruckende Naturschauspiel erleben kann, ohne die Tiere zu stören. Darüber hinaus gilt Boa Vista als wichtiges Rückzugsgebiet für Zugvögel; Oasen, Lagunen und Feuchtgebiete bieten das ganze Jahr über spannende Möglichkeiten für Vogelbeobachter.
Das Herz der Insel ist Sal Rei, ein entspannter Hauptort mit farbenfrohen Kolonialhäusern, dem belebten Praça de Santa Isabel und der markanten Kirche Santa Isabel mit ihrer pastellfarbenen Fassade und dem blauen Zwiebelturm. Besonders an Markttagen wird der Platz vor der Kirche zum Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Von der Uferpromenade aus blickt man hinüber zur vorgelagerten Insel Ilhéu de Sal Rei mit den Ruinen des Fort Duque de Bragança, die an die bewegte Geschichte der Region erinnern. Am Rand von Sal Rei liegt das Viertel „Barracas“, das ursprünglich von westafrikanischen Arbeitsmigranten errichtet wurde und bis heute mit einfacher, aber lebendiger Alltagsatmosphäre und deutlich günstigeren Preisen als in den touristischen Zonen aufwartet.
Abseits der Hauptstadt zeigt sich Boa Vista in kleineren Orten von seiner ruhigen, ursprünglichen Seite. Rabil, die zweitgrößte Ortschaft, liegt am Rand eines fruchtbaren Tals und ist bekannt für die älteste Kirche der Insel und eine traditionelle Töpferei. Im Osten laden Dörfer wie João Galego, Fundo das Figueiras und Cabeça dos Tarafes mit bunten Häusern, blühenden Gärten und authentischem Dorfleben zu einem Blick hinter die Kulissen der Insel ein.
All das macht Boa Vista zu einem Ort, an dem Weite, Licht, Meer und Wüste eine besondere Verbindung eingehen – ideal für alle, die lange Strände, stille Landschaften und intensive Naturerlebnisse suchen.